E Bike Speed Secrets 25 – YouTube Shorts

🚲 Warum E-Bikes bei 25 km/h so abrupt abregeln

Was steckt technisch und rechtlich dahinter?

Viele E-Bike-Fahrer erleben denselben Moment:
Man tritt kräftig in die Pedale, nähert sich der 25-km/h-Marke – und plötzlich fühlt es sich an, als würde das Rad gegen eine unsichtbare Wand fahren. Der Motor zieht nicht mehr, das Tempo lässt sofort nach.

Dieses Verhalten ist kein Defekt und auch kein Hinweis auf einen schwachen Motor. Es ist so gewollt – und zwar aus rechtlichen und technischen Gründen.
Hier findest du eine klare und verständliche Erklärung, warum das so ist und was im Hintergrund passiert.


⚖️ 1. Die gesetzliche Basis: Warum gerade 25 km/h?

E-Bikes, die ohne Führerschein, Versicherung und Kennzeichen gefahren werden dürfen, fallen in die Kategorie Pedelec. Damit ein Fahrrad als Pedelec gilt, müssen drei zentrale Regeln eingehalten werden:

  • Motorunterstützung maximal bis 25 km/h
  • Nur Unterstützung beim Treten
  • Maximale Dauerleistung des Motors: 250 Watt

Diese Vorgaben kommen aus der europäischen Norm EN 15194.
Würde ein E-Bike auch nur geringfügig über 25 km/h unterstützen, würde es rechtlich schon als Speed-Pedelec gelten – und müsste wie ein Kleinkraftfahrzeug behandelt werden.

Für Hersteller bedeutet das:
Die Unterstützung muss sehr exakt enden, sobald 25 km/h erreicht werden.


🧠 2. Warum das Abregeln so abrupt wirkt

So arbeitet die Elektronik im Hintergrund

E-Bikes erfassen während der Fahrt ständig verschiedene Messwerte:

  • Drehmoment (wie stark du auf die Pedale drückst)
  • Kadenz (wie schnell du trittst)
  • Geschwindigkeit

Diese Daten laufen im sogenannten Controller zusammen – dem kleinen Computer, der die Motorleistung steuert.

Sobald der Geschwindigkeitssensor meldet, dass 25 km/h erreicht sind, macht der Controller Folgendes:

👉 Er kappt die Motorunterstützung sofort.

Dieser harte Schnitt ist technisch notwendig.
Eine langsame, weiche Abschaltung würde das Risiko erhöhen, dass das E-Bike kurzzeitig über die gesetzliche Grenze hinaus unterstützt – und das dürfen Hersteller nicht zulassen.


🌬️ 3. Warum fühlt es sich wie Gegenwind an?

Dass das Abregeln so deutlich spürbar ist, liegt an mehreren Faktoren:

• Die Motorleistung fällt schlagartig weg

Bei 23 oder 24 km/h helfen viele Motoren noch mit 150–250 Watt.
Fällt diese Unterstützung plötzlich weg, merkt man das sofort.

• Der Luftwiderstand spielt eine große Rolle

Ab etwa 20 km/h steigt der Luftwiderstand deutlich an – und bei 25 km/h braucht man schon spürbar mehr Kraft, um das Tempo zu halten.

• Oft fährt man in einem zu schweren Gang

Mit Motorunterstützung tritt man gern in niedriger Trittfrequenz.
Sobald der Motor weg ist, passt der Gang nicht mehr, und man verliert Tempo.

Alles zusammen ergibt dieses typische Gefühl:
„Jetzt geht’s auf einmal richtig schwer.“


⚙️ 4. Warum bauen Hersteller keine „weichere“ Begrenzung ein?

Eine sanftere Begrenzung wäre technisch möglich, wird aber aus zwei Gründen selten umgesetzt:

  1. Rechtliches Risiko:
    Jede Form von Verzögerung könnte dazu führen, dass die Unterstützung kurz über 25 km/h hinausgeht.
  2. Fahrgefühl:
    In Tests stellte sich heraus, dass ein weiches Auslaufen der Motorleistung viele Fahrer eher irritiert.
    Es fühlt sich unpräzise an, fast so, als würde der Motor „schwimmen“.

Darum setzen die meisten Hersteller weiterhin auf eine klare, harte Grenze.


🏎️ 5. Kann man trotzdem schneller fahren?

Ja – nur eben ohne Motorunterstützung.
Die 25-km/h-Regel begrenzt nicht das Fahrrad selbst, sondern nur die Motorleistung. Mit eigener Kraft, Rückenwind oder bergab sind 30 km/h oder mehr problemlos möglich.


🔧 6. Kann man das Abregeln angenehmer machen?

Legal lässt sich daran nichts ändern.
Es gibt aber ein paar Tipps, mit denen es sich weniger störend anfühlt:

  • rechtzeitig in einen leichteren Gang schalten
  • mit höherer Trittfrequenz fahren
  • Reifen mit geringerem Rollwiderstand nutzen
  • sportlichere Sitzposition einnehmen (weniger Windwiderstand)

Tuning-Lösungen, die die Grenze aufheben, sind nicht erlaubt und haben rechtliche Folgen.


🧩

Das deutliche Abregeln bei 25 km/h ist kein Fehler und kein Zeichen von schlechter Technik.
Es ist eine Kombination aus:

  • klaren EU-Vorgaben
  • sehr präziser Sensor- und Controllersteuerung
  • physikalischen Effekten wie Luftwiderstand und Gangwahl

Auch wenn es sich manchmal unangenehm anfühlt:
Es sorgt dafür, dass dein E-Bike weiter ein ganz normales, zulassungsfreies Fahrrad bleibt.

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